Wandern in Berlin – von Karlshorst nach Köpenick

Wandern in Berlin - Brunnen vor dem FEZ

Wandern kann man nicht nur im Wald und in der freien Natur, sondern auch in Städten. Berlin eignet sich hervorragend für solche Stadtwanderungen, denn Wandern in Berlin ist fast so schön wie in der Natur, wenn man es richtig anstellt. Weil die Stadt so viele Grünflächen hat, kommt man auf dieser Wanderung von Karlshorst nach Köpenick nur selten an großen Straßen entlang. Stattdessen führt der Weg durch Naherholungsgebiete im  Osten der Stadt.

Meine Mutter hat mich auf diese Wanderung begleitet, auch wenn das Wetter und die Jahreszeit im Januar nicht die schönsten für eine Wanderung in Berlin waren. Startpunkt ist der S-Bahnhof Karlshorst, von dem aus wir bis zum Ziel S-Bahnhof Köpenick gewandert sind. Unterwegs gibt es einige sehenswerte Punkte, zu denen wir auch eine persönliche Beziehung hatten und haben. 

Pferderennen in der DDR: Trabrennbahn Karlshorst

Nur wenige Hundert Meter nach dem Start am S-Bahnhof Karlshorst erreicht man die Trabrennbahn Karlshorst. Die Gebäude rund um die Rennstrecke wurden 1894 fertiggestellt. Damals lag Karlshorst noch fernab jeglicher Eisenbahnverbindungen, so dass sich hier schon die Frage stellt, warum man diesen Ort gewählt hat. Bis 1945 diente die Rennbahn noch regulär als Galopprennbahn, bevor sie 1945 auf Anweisung der sowjetischen Besatzer zur Trabrennbahn umgebaut wurde. Sie war die einzige Trabrennbahn der DDR und damit natürlich auch ein Anziehungspunkt für Touristen. Nach der Wiedervereinigung kam dann langsam der Verfall und heute sehen die Gebäude rund um die Rennstrecke leider sehr trostlos aus. Eine Wiederbelebung ist jedoch mit Fördermitteln geplant und wird hoffentlich auch bald vorankommen.

Naturerlebnis und Sowjeterbe: die Wuhlheide

Weiter geht es entlang der Treskowallee noch circa 3 Minuten, dann kann man schon direkt in die Wuhlheide abbiegen, die natürlich im Sommer etwas schöner aussieht, als an einem schneelosen Januartag. Berlin hat ja so einige sehr große Grünflächen wie den Tiergarten, den Grunewald oder den Köpenicker Forst. Aber auch die Wuhlheide bietet viel Fläche, um sich hier draußen zu entspannen und mit der Familie schöne Stunden zu verbringen. Das Areal gehört schon zu Oberschöneweide und damit zu Berlins flächenmäßig größtem Bezirk Treptow-Köpenick. Ein Großteil der Fläche ist Laubwald, vor allem Eichen. Versteckt mitten in der Wuhlheide findet sich das Haus der Natur, wo große und kleine Menschen mehr über das Leben im Wald spielerisch erfahren können. Für alle, die sich auch für die  Gräber großer Persönlichkeiten interessieren, findet sich ein Highlight auf dem Waldfriedhof Oberschöneweide. Hier liegt der deutsche Politiker Walter Rathenau begraben, dem die Stadt Berlin ein Ehrengrab eingerichtet hat.

Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ)

Am Ende der Wuhlheide, noch hinter der Kindl-Freilichtbühne, erreichen wir ein Areal, das mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben ist. Für uns Kinder war das FEZ früher das Paradies, hier gab es alles, was wir uns nur vorstellen konnten: eine riesige Sporthalle, einen Spielplatz in einem Haus, ein Kino, so viele Bastelecken und Spielanleiter und Rückzugsorte, wie sonst nirgendwo. Auch heute noch bietet das FEZ Veranstaltungen und Raum für allerlei schöne Beschäftigungen. Vor allem am Wochenende ist es hier sehr voll.

Von der Wuhlemündung nach Köpenick

Nachdem wir die Wuhlheide verlassen haben, geht es durch ein waldiges Stück noch etwas weiter, bevor wir die Lindenstraße überqueren und die Mündung der Wuhle erreichen. Diese entspring bei Ahrensfelde und fließt dann südwärts durch die östlich gelegenen Bezirke, bevor sie hier in Köpenick in die Spree mündet. Im Zuge der Renaturierung ist der Wuhle-Wanderweg entstanden, der 14 Kilometer lang ist und zu einer weiteren Wanderung einlädt. Von der Wuhlemündung ist es auf dem Wanderweg nicht mehr weit bis zum S-Bahnhof Köpenick, wo schon das Mittagessen auf uns gewartet hat.


Weil der Weg gut befestigt ist und nur wenig Steigung hat, ist die Wanderung für Familien gut geeignet. Gerade im Winter bleibt jedoch ein seltsamer Eindruck zurück, da an vielen Ecken noch immer der Verfall zu sehen ist. Rennbahn, die Bahnhöfe der Parkeisenbahn und die Pavillions – alles sieht aus wie ein lost place, obwohl hier schon viel passiert. Davon sollte sich aber niemand abschrecken lassen, denn die Natur der Wuhlheide und die Erlebnisorte lohnen sich!

3 Gedanken zu „Wandern in Berlin – von Karlshorst nach Köpenick“

  1. Ich kann Dir nur beipflichten: Auch in Großstädten kann man mitunter sehr schön wandern. Ich habe das zum Beispiel in Hamburg erlebt! Hätte ich vorher auch nicht gedacht. Danke für den schönen Bericht und liebe Grüße aus dem verträumten Kleinstädtchen Limburg.

    Jörg

    1. Hallo Jörg,
      danke für deine netten Worte! Wenn du Tipps für Hamburg hast, wo es sich besonders gut wandert, schick sie mir doch mal bitte. 🙂

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