Elizabeth von Arnim – Verzauberter April

4 Frauen und ein Castello in Italien – spitzzüngig und unterhaltsam.

Der Frühling soll sich in den nächsten Tagen noch einmal verabschieden und der Winter sein Comeback feiern — zumindest ein bisschen. Was mir jetzt über diese Wetteraussichten hinweg hilft, ist Lektüre, die Wärme und Leichtigkeit ausstrahlt und von einem warmen Frühling träumen lässt. Ein Buch, das wie ein Anti-Depressivum wirkt, und wenn es nur fünf Minuten sind, die man darin blättern kann. Genau dieses Buch fand ich vor einiger Zeit in einem kleinen Bücherschrank irgendwo in Lübeck. „Verzauberter April“ von Elizabeth von Arnim ist genau das richtige Buch für diesen Monat.

Die Geschichte ist schnell erzählt: 4 Frauen mieten sich ein Castello in Italien, um wahlweise dem Londoner Wetter, den Londoner Spendenveranstaltungen, den Londoner Männern oder der eigenen Einsamkeit zu entkommen. Die Gemeinschaft ist Zweck, man kennt sich vorher nicht und eigentlich kann man sich erst mal gar nicht miteinander arrangieren. Darauf folgen Irrungen und Wirrungen, aber der italienische April führt schon schnell dazu, das sich letztlich doch alles zum Guten wenden kann.

Klar, das ist wirklich keine sehr tiefsinnige Geschichte, die die Autorin hier präsentiert, aber das muss sie auch gar nicht sein, denn von Arnims Stärken liegen ganz woanders. Ihre Figuren sind liebenswert und sie werden ebenso liebenswert im Text präsentiert. Der Roman ist recht dialoglastig, aber auf eine so wundersam leichte Art und Weise, dass sich ein Wortwitz entfalten kann, der über die Schwächen im Plot hinwegtröstet.

Die erzählerische Perspektive springt zwischen den Protagonistinnen und Protagonisten hin und her, als LeserInnen erfahren wir nicht nur, was in den Frauen vorgeht, sondern auch in ihren Männern. Gesellschaftliche Normen und Vorstellungen, aus Großbritannien importiert, erweisen sich unter der Sonne Italiens als nutzlos und überflüssig. Dort, wo befreiter Geist und britische Höflichkeit aufeinander treffen, kommt es zu absurden Situationen, die bis zur letzten Zeile des Romans unterhalten. Nebenbei macht das Buch Appetit auf die Köstlichkeiten der italienischen Küche, denn es wird geschlemmt ohne Ende.

Es ist eben genau das richtige Buch für eine Winter-Comeback-Woche. Aus jeder Seite dringt ein bisschen Wärme und erinnert daran, dass der Frühling doch eigentlich schon gewonnen hat.

Bild: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=142261

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