Das Fahrrad und ich – Teil III: Herausforderungen annehmen

Ich besiege den inneren Schweinehund und mich selbst und fahre das erste Mal mehr als 100 km an einem Tag.

Strava ist ein böses Instrument. Nicht nur, dass es mir gnadenlos sagt, dass ich an manchen Tagen die Schnelligkeit einer 100-jährigen Schildkröte besitze und mir auch noch unter die Nase reibt, wenn mich die Steigung wieder einmal in die Knie gezwungen hat, nein – es setzt mir auch noch ganz andere dumme Ideen in den Kopf. Diesmal ist es eine Challenge – ein Gran Fondo im April. Diese lockere Herausforderung besteht also darin, an einem Tag eine Strecke von 100 km zu bezwingen und danach noch in der Lage zu sein, das eigene Rad zumindest abzustellen und ins Bett zu wanken. „Das Fahrrad und ich – Teil III: Herausforderungen annehmen“ weiterlesen

Einige Worte über Heimweh

Manchmal, wenn ich Sehnsucht bekomme nach der großen Stadt, in der ich aufgewachsen bin, dann stelle ich mich an einer bestimmten Stelle an die B1 und sehe den Florianturm. Dort sieht er doch fast aus, wie der Fernsehturm. Und überhaupt — auch die Straße passt. Der Alexanderplatz in Berlin liegt auch an der B1.

Und dann ist es auch wieder gut und ich bin versöhnt mit Dortmund. Es ist eben doch schön, hier zu sein.

Zwischen Motivation und Starre

Ja, ich lebe noch. Dieser Blog auch. Aber das Leben kommt dazwischen.

„Sag mal, schreibst du nichts mehr?“

„Doch, doch, aber nicht auf dem Blog.“

„Ach.“


Von heute an sind es noch 40 Tage bis meine fertige, gedruckte Masterarbeit beim Prüfungsamt in Greifswald eingegangen sein muss. Das ist nicht mehr viel Zeit, wenn man bedenkt, dass ich gerade nicht so vorankomme, wie ich es mir wünsche. Der Druck steigt — nicht nur endlich mit dieser Arbeit fertig zu werden. Was soll danach kommen? Jeden Tag mit dem drückenden Gedanken aufzustehen, dass vielleicht nichts kommt, macht die Sache nicht leichter. Keine Arbeit, kein Geld, keine Perspektive? Mal schauen, sage ich und lege den Gedanken beiseite. Jetzt erstmal weiterschreiben — Seite 70 ist schon in Sicht, nicht mehr weit, das Ziel ist doch schon am Horizont zu sehen.

Aber dann kommen da eben manchmal diese Tage, an denen es ein unwahrscheinlicher Akt ist, überhaupt an den Schreibtisch zu gehen. Jedes Wort ist abgerungen und wird am Ende des Tages fast wieder verworfen — zu schlecht, zu banal. Auf Seite 24 findet sich ein Gedankengang, der vor Monaten aufkam und jetzt doch obsolet ist — streichen, streichen! Die Korrekturleser sagen, es ist nicht wie du denkst. Ich sage, ich weiß, aber mein Kopf sieht es manchmal anders. Ich erwische mich dabei, die ganze Arbeit in Frage zu stellen. Welchen Mehrwert hat das Ganze? Für mich? Für mein Fach?

Der Blog liegt brach, denn egal wohin ich gehe und was ich tue — in meinem Kopf duellieren sich Kampfgeist und Versagensangst so permanent, dass wenig Platz bleibt für anderes.

40 Tage. Danach wird alles wieder besser. Irgendwie. Daran möchte ich einfach glauben.