Soji Shimada: The Tokyo Zodiac Murders

„The Tokyo Zodiac Murders“ ist ein spannender Krimi aus Japan und das erste Werk eines heute noch populären Genres. Unbedingte Leseempfehlung für alle Ratesüchtigen.

Nach den Krimis um Inspektor Chen in Shanghai geht die Krimireise weiter nach Japan. Soji Shimadas „Tokyo Zodiac Murders“ ist ein Klassiker des japanischen Subgenres honkaku, das sich vor allem auf Plot und Hinweise konzentriert und LeserInnen auffordert, selbst nach der Lösung im Text zu suchen. Insofern ist honkaku dem westlichen „whodunnit“ nicht unähnlich. Zunächst wird der gesamte Plot erzählt, alle Hinweise sind bereits vorhanden, bevor die Lösung präsentiert wird, wie man das bereits von Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes“ kennt.

Der Fall ist knifflig: Meisterdetektiv Kiyoshi Mitarai soll den Mord an sechs jungen Frauen aufklären, die an verschiedenen Orten Japans gefunden wurden. Zunächst scheint der Fall sonnenklar. Die Opfer waren alle familiär mit dem Künstler Heikichi Umezawa verwandt, der kurz vor seinem Tod seltsame Verhaltensweisen an den Tag legte. Nach seinem Ableben taucht ein Notizbuch auf, in dem er von einer Besessenheit schreibt. Darin schildert er, wie er eine göttliche Frau schaffen will, die er Azoth nennt und im genauen Zentrum Japans versteckt hat. Alle Schwestern wurden mit fehlenden Körperteilen aufgefunden, so dass wir schnell zu dem Schluss kommen können, dass aus ihnen Azoth zusammengesetzt wurde. Kiyoshi Mitarai wird beauftragt, den Mörder der Mädchen und auch Azoth zu finden. Im Verlauf der Story werden viele Hinweise präsentiert, die sich jedoch erst in der äußert eleganten Lösung zu einem schlüssigen Bild zusammensetzen.

Japanische Ausgabe der Tokyo Zodiac Murders – via wikipedia

„The Tokyo Zodiac Muders“ ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und nur wirkliche Cracks des Genres können meiner Meinung nach die Lösung schlüssig darlegen, bevor sie im Buch präsentiert wird. Der Ermittler Mitarai ist eine Figur, die mindestens genauso geheimnisvoll daher kommt, wie das Rätsel um die Morde selbst. Sehr groß und schlank, ist Mitarai kein Freund geselligen Zusammenlebens und darüber hinaus auch noch manisch depressiv. Ihm zur Seite steht sein

Dies ist das erste Buch einer ganzen Reihe von Krimis um den Meisterdetektiv, von denen leider kaum einer übersetzt worden ist. Soji Shimada landet mit seinen Krimis regelmäßig auf der Honkaku Mystery Best 10 Liste, ein jährlich erscheinendes Handbuch zum Genre, das die jeweils 10 besten Krimis des Jahres auflistet.


Zum Autor: Soji Shimada wurde 1948 in Fukuoka geboren, studierte an der Musashino Art University Design und arbeitete danach unter anderem als Müllmann und Musiker. „The Tokyo Zodiac Murders“ist sein erstes kommerziell erfolgreiches Werk. In Japan gilt Shimada als „God of Shinhonkaku“, als Begründer des neuen honkaku-Genres.

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