Schlössertour: Mit dem Rad von Dortmund-Hörde über Lünen nach Nordkirchen

Schloss Schwansbell | Schloss Cappenberg | Schloss Nordkirchen
Strecke: ca. 40 km, wenig Steigung

Neben viel Industriekultur haben Dortmund und die umliegenden Gegenden auch sehr viele Schlösser zu bieten, die zu besuchen sich wirklich lohnt. Mit Schloss ist nicht immer ein so großes Bauwerk gemeint wie das Schloss Nordkirchen, welches als „Versailles Westfalens“ gehandelt wird. Manchmal sind es auch nur kleinere Häuser, die es da zu entdecken gilt.


Unsere Tour fängt wie immer in Dortmund-Hörde an und führt über eine Bahntrasse nach Norden bis nach Dortmund-Körne, bevor wir diese wieder verlassen und den Radwegweisern nach Lünen folgen. Bei dieser Tour hält sich der Anteil von stark befahrenen Straßen sehr in Grenzen. Meistens sind wir auf ruhigen Fahrradwegen oder Feldwegen unterwegs. Den Schildern nach Lünen kann man relativ gut folgen. Nach zwei Kilometern über Radwege an größeren Straßen kommt man auf die so genannte Gneisenau-Trasse, die mit insgesamt 6,4 Kilometern direkt zum Seepark Lünen führt.

Seepark Lünen und Schloss Schwansbell: Ausruhen und Spazieren

Kurios auf diesem Abschnitt der Strecke ist besonders die Radwegführung kurz vor dem Seepark. Hier muss noch ein Abhang überwunden werden und der Radweg geht nach links. Überraschend dabei ist dann allerdings, dass man mit dem Rad plötzlich vor einer endlosen Treppe steht. Für Fahrräder sind Schiebehilfen vorhanden. Runterfahren empfiehlt sich nur für Geübte, denn die Wendungen sind doch eher schmal gehalten.

So sieht der Radweg aus, der direkt am Seepark vorbeiführt
So sieht der Radweg aus, der direkt am Seepark vorbeiführt

Der Seepark Lünen an sich ist nicht so spektakulär. Im Sommer lässt es sich dort am Sandstrand oder im Schatten der Bäume gut aushalten. Bänke für eine Pause gibt es wahlweise mit Blick auf den See oder den Kanal. Nach Überquerung der Brücke über den Kanal und 3 Kurven landet man am Hafen und kann sich dort auch ausruhen und den Booten beim Dümpeln zusehen. Ein Bistro versorgt alle Besucher mit Getränken und Snacks.

Etwas weiter dann biegt ein Weg zum Schloss Schwansbell nach links ab. An dem Ort, an dem schon seit dem 12. Jahrhundert eine Burg stand, baute 1872 Wilhelm von Westerholt ein Schloss wieder auf. Heute ist das Haus von mehreren Parteien bewohnt, der Schlossgarten aber frei zugänglich. Vor dem Haus befindet sich ein Wassergraben, der eine kleine Insel einfasst und dringend mal gesäubert werden muss. Wer will, kann sich noch das Stadtmuseum von Lünen im Nebengebäude ansehen.

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Der Wassergraben von Schloss Schwansbell unter einer grünen Decke.

Von Schloss Schwansbell nach Cappenberg wird es nun anstrengend. Es müssen ein paar Höhenmeter überwunden werden. Dazu folgt man dem Radweg auf der Cappenberger Straße immer nach oben Die Qual hört natürlich immer gleich hinter der nächsten Kurve auf, zumindest rede ich mir das gern ein, während ich all die Menschen auf ihren E-Bikes sehe, die sehr viel weniger schwitzen als ich. Belohnt werde ich dann aber oben mit einem kleinen Spaziergang durch die Anlagen und den Wildpark von Schloss Cappenberg.

Wildpark und Schloss Cappenberg: Oben ist es immer schöner.

Das Schloss war einmal ein Prämonstratenserkloster, wikipedia sagr sogar, das erste auf deutschem Boden und nur dem Adel vorbehalten. Irgendwann kaufte es dann ein gewisser Freiherr vom Stein als Wohnsitz im Alter. Die Lebensgeschichte des Freiherrn ist übrigens auch ziemlich spannend. Heute befindet sich in einem Nebengebäude ein Restaurant mit allerlei leckeren Dingen aus biologischem Anbau. An diesem sonnigen Sonntag war es auch gut besucht, aber nicht voll. Schloss und Park liegen etwas abseits, so dass sie eine echte Ruheoase darstellen.

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Fassade von Schloss Cappenberg von der Innenseite aus gesehen.

Besonders beeindruckend fand ich die alten Bäume auf dem Areal. Manche davon sind bereits einige hundert Jahre alt, der ein oder andere braucht schon Stützen, um das eigene Gewicht noch tragen zu können. Auch hier kann man sich Kleinigkeiten im Grünen servieren lassen.

Das große Finale: Schloss Nordkirchen

Von Schloss Cappenberg geht es dann weiter über Landstraße und Feldwege 12 Kilometer hin zum letzten Ziel unserer Tour – nach Nordkirchen. Der Weg bis dorthin zieht sich etwas, da der Radweg einige Umwege macht, um größere Steigungen und auch eine viel befahrene Straße zu umgehen. Aber dann geht es nur noch bergab und wir rollen so dahin, bis wir plötzlich schon mitten im Schlosspark sind. Dass wir richtig sind, wissen wir, weil hier plötzlich sehr viele Menschen unterwegs sind.

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Die Schokoladenseite. Leider stand die Sonne sehr ungünstig.

Schloss Nordkirchen ist ein beliebter Ausflugsort für alle Sorten von Spaziergängern und Radfahrern. Das Schloss an sich kann zwar nicht ohne Führung besichtigt werden – hier befindet sich die Fachhochschule für Finanzen -, aber der Park ist einen Ausflug schon allemal wert. Wer es drauf anlegt, kann hier auf den Alleen insgesamt 7,5 Kilometer spazierengehen. Überall auf dem Areal finden sich Statuen und Skulpturen, die daran erinnern, dass hier einer der schönsten Barockgärten Europas zu finden war.


Wer noch Kraft hat, kann von Nordkirchen ca. 25 Kilometer weiterfahren und in Münster ankommen. Wir sind lieber Eis essen gegangen und danach noch bis nach Ascheberg gefahren. Von dort fährt eine Bahn direkt bis zum Hauptbahnhof in Dortmund.

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