Grillbeilage: Süßkartoffeln mit Gemüse und Balsamicosirup

Zum Grillen gehört für mich inzwischen ein wenig mehr als ein paar Nackensteaks und Kartoffelsalat. Schweinefleisch steht nur noch äußerst selten auf meinem Speiseplan und auch Rindersteaks werden nach einer Weile eher eintönig. Deswegen gibt es gelegentlich Lamm, entweder als Rippchen oder als Lammkoteletts.

Da Lamm einen ganz eigenen Geschmack hat, braucht es auf jeden Fall auch eine passende Beilage. Das Internet ist voller guter Ideen für Grillbeilagen, die sich fernab von einfachen Salaten oder Toast bewegen. Diese Mal aber kommt die Beilage aus einem ganz fantastischen Kochbuch, das ich vor einiger Zeit angeschafft habe: das Jerusalemkochbuch.

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Ankommen.


Man soll in keiner Stadt länger bleiben als ein halbes Jahr.
Wenn man weiß, wie sie wurde und war,
Wenn man die Männer hat weinen sehen
Und die Frauen lachen,
Soll man von dannen gehen,
Neue Städte zu bewachen.Läßt man Freunde und Geliebte zurück,
Wandert die Stadt mit einem als ein ewiges Glück.
Meine Lippen singen zuweilen
Lieder, die ich in ihr gelernt,
Meine Sohlen eilen
Unter einem Himmel, der auch sie besternt.

Klabund

Wenn ich das Haus verlasse, habe ich noch immer das Gefühl, in ein völlig unbekanntes Land zu treten. Ich möchte in meiner Tasche ständig nach dem Stadtplan suchen, der mir sagt, wo ich hier eigentlich bin und vielleicht auch wohin ich denn will. Eine neue Stadt ist wie eine neue Liebe. Man lernt sich kennen, mit allen Schüchternheiten und Missverständnissen, die ein junge Liebe mit sich bringt.

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Eduard von Keyserling – Wellen


Es fiel sie hier plötzlich ein unerträglich starkes Verlangen nach dem Meer im Mittagssonnenschein […] an, wie es ja zuweilen geschieht, dass sie Sehnsucht nach einer vergangenen glücklichen Stunde uns so stark anpackt, dass es schmerzt, und sie musste davon sprechen: „Der Baron Hamm sagt“, begann sie, „dass Meer sei heute grün, durchsichtig und süß wie russische Marmelade.“


„Und immer wieder das Meer…“, so war mein ebenso immer wiederkehrender Gedanke zu diesem hübschen kleinen Sommerroman von Eduard von Keyserling. Ich habe mal in Estland einen deutschen Touristen sagen hören, dass die Ostsee doch überall gleich wäre. Zu gern würde ich diesem Menschen Wellen in die Hand geben und hoffen, dass er seinen Irrtum erkennt. Hier rauscht es, tobt, plätschert, glitzert, kräuselt sich, die Wellen torkeln betrunken, schäumen, springen, dass es eine wahre Freude ist weiterzulesen.

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Goethe! In Bildern!

Graphic Novels sind für mich ein neues Ding. Bis auf eine Ausnahme haben sie mich nie interessiert (Neil Gaimans Sandman Slim). Vor einigen Monaten waren Graphic Novels, die sich mit Kulturschaffenden auseinandersetzen Thema im Literaturmagazin meiner Wahl, das diesen Büchern gleich mehrere Seiten einräumte. Neben der Graphic Novel zu Goethes Leben wurden auch einige andere erwähnt, so beispielsweise Johann Ulrichs Munch.

Nun aber also erstmal Goethe. Beim letzten Weimarbesuch im August musste natürlich auch ein Blick ins Haus am Frauenplan geworfen werden, allein schon deshalb, weil mein Begleiter ein großer Freund des Museumsshops ist. Zwischen all den Goethe-Lesezeichen, Kühlschrankmagneten und diversen Anthologien (Goethe und die Frauen, Goethe und Essen, Goethe und Erotik, demnächst wahrscheinlich auch Goethe und seine Schlafstörungen) fand sich diese hübsche Graphic Novel, die wir dann auch mitnehmen mussten. Allemal besser als ein Ginko-Lesezeichen. „Goethe! In Bildern!“ weiterlesen

Stefan Zweig – Brief einer Unbekannten

*Dieser Post erschien 2013 auf meinem alten Blog.

Seit Neuestem nehme ich an einem kleinen privaten Lesekreis teil, in welchem wir Novellen durch alle Jahrhunderte lesen. Dass sie nicht chronologisch geordnet sind, zeigt schon die erste Novelle, die zur Wiener Moderne gehört. Aber Chronologie muss gar nicht sein, denn die Unterschiede und Gemeinsamkeiten lassen sich so auch gut herausarbeiten.

Diese Woche also war es Stefan Zweigs Novelle Brief einer Unbekannten von 1922. Das Entstehungsdatum dieser Novelle in Briefform ist unbekannt. Der Schriftsteller R. erhält einen Brief von einer Frau, an die er sich nicht erinnern kann, die ihm aber eröffnet, dass sie ihn ihr ganzes Leben geliebt hat und seinen Sohn großzieht. Erst jetzt, als das Kind tot ist und auch sie sterben wird, wendet sie sich an ihn. R. versucht, sich an diese Frau zu erinnern, aber es will ihm nur schemenhaft „wie im Traum“ gelingen will. Die unbekannte Frau in Stefan Zweigs Novelle ist der Prototyp der Hörigen. Ihre Liebe ist eine manische Fixierung auf diesen einen Mann, der ihr genau genommen fremd ist. Als Dreizehnjährige verliebt sie sich in ihn: Er zieht in die Nachbarwohnung ein, die vorher nach seinen luxuriösen Wünschen eingerichtet wird. Ihre erste Schwärmerei ist also nicht auf seine Person direkt gerichtet, sondern konzentriert sich mehr auf sein Lebensumfeld, dass komplementär zu ihrem eigenen ist. „Stefan Zweig – Brief einer Unbekannten“ weiterlesen