Zwischen Motivation und Starre

Ja, ich lebe noch. Dieser Blog auch. Aber das Leben kommt dazwischen.

„Sag mal, schreibst du nichts mehr?“

„Doch, doch, aber nicht auf dem Blog.“

„Ach.“


Von heute an sind es noch 40 Tage bis meine fertige, gedruckte Masterarbeit beim Prüfungsamt in Greifswald eingegangen sein muss. Das ist nicht mehr viel Zeit, wenn man bedenkt, dass ich gerade nicht so vorankomme, wie ich es mir wünsche. Der Druck steigt — nicht nur endlich mit dieser Arbeit fertig zu werden. Was soll danach kommen? Jeden Tag mit dem drückenden Gedanken aufzustehen, dass vielleicht nichts kommt, macht die Sache nicht leichter. Keine Arbeit, kein Geld, keine Perspektive? Mal schauen, sage ich und lege den Gedanken beiseite. Jetzt erstmal weiterschreiben — Seite 70 ist schon in Sicht, nicht mehr weit, das Ziel ist doch schon am Horizont zu sehen.

Aber dann kommen da eben manchmal diese Tage, an denen es ein unwahrscheinlicher Akt ist, überhaupt an den Schreibtisch zu gehen. Jedes Wort ist abgerungen und wird am Ende des Tages fast wieder verworfen — zu schlecht, zu banal. Auf Seite 24 findet sich ein Gedankengang, der vor Monaten aufkam und jetzt doch obsolet ist — streichen, streichen! Die Korrekturleser sagen, es ist nicht wie du denkst. Ich sage, ich weiß, aber mein Kopf sieht es manchmal anders. Ich erwische mich dabei, die ganze Arbeit in Frage zu stellen. Welchen Mehrwert hat das Ganze? Für mich? Für mein Fach?

Der Blog liegt brach, denn egal wohin ich gehe und was ich tue — in meinem Kopf duellieren sich Kampfgeist und Versagensangst so permanent, dass wenig Platz bleibt für anderes.

40 Tage. Danach wird alles wieder besser. Irgendwie. Daran möchte ich einfach glauben.

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