Das Fahrrad und ich – Teil II: Wege der Einsamkeit

Jung, verzweifelt, sucht… Kontaktaufnahmen für Anfänger

Wie ich zum „sportlichen“ Radfahren kam, erklärte ich ja bereits im ersten Teil. Schon da hatte ich auch die Schwierigkeiten angeschnitten, die sich für mich als wenig ehrgeiziges und eigentlich leistungsfeindliches Wesen ergeben. Eine dieser Schwierigkeiten besteht darin, jemanden zu finden (außer meinen leidgeprüften Mann), der gelegentlich mit mir zusammen fahren will. Die meiste Zeit über wäre ich auch als Einzelkämpfer zufrieden. Trotzdem ist es doch etwas anderes, wenn man jemanden hat, der die nächste Steigung genauso hochächzt wie ich selbst und wir uns dann oben gegenseitig gratulieren können.

Jetzt hat die Natur mich leider nicht mit unglaublicher Ausdauer und genug Muskelanteil ausgestattet, um mal eben Spitzenzeiten zu liefern. Der Nachteil, den ich männlichen Fahrern gegenüber habe, ist für mich deutlich spürbar und wird sich wahrscheinlich ohne jede Menge diszipliniertes Trainieren nicht so einfach reduzieren. Deshalb wünsche ich mir schon seit einer Weile eine kleine, aber feine weibliche Peer Group. Eben ein paar Frauen, die ähnlich ticken. In meinem Freundeskreis gibt es da niemanden, soweit ich das feststellen konnte, also stand ich vor der Aufgabe mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen, was für mich jetzt nicht gerade die allerleichteste Übung ist.

Facebook

Was liegt näher, als einfach in einem sozialen Netzwerk in einschlägigen Gruppen nach Gleichgesinnten zu suchen und mit diesen in Kontakt zu treten? Ich war ja schon eine Weile Mitglied in einer Neu in Dortmund-Gruppe und auch in der passenden Untergruppe ausschließlich für den weiblichen Anteil. Hier stellen sich immer wieder Mal Frauen vor, die auf der Suche nach der passenden Freundin/Begleiterin/Partnerin für verschiedenste Dinge sind. Der Vorteil ist, dass sich hier jede Menge Frauen finden; der Nachteil dabei aber auch die Gefahr, dass Radfahren vielleicht doch nicht das richtige Hobby ist und es bei einem oder zwei Ausflügen bleibt.
Jetzt, im Winter, ist es für mich noch nicht der richtige Zeitpunkt, um dort mein Anliegen in den Raum zu werfen, denn es ist mir draussen eindeutig zu kalt und für eine Anmeldung beim Fitness zum Ausgleich kommt für mich auch nicht in Frage. Aber im Frühling, wenn draussen wieder halbwegs angenehme Temperaturen herrschen, werde ich dort ma nachforschen.

ebay Kleinanzeigen

Ach ja, die gute alte Kontaktanzeige. Früher suchten alle Menschen über die Freizeitaktivitäten-Kategorie im lokalen Klatschblatt, heute gibt es dafür auch ebay Kleinanzeigen. Unter der Kategorie „Freizeit, Hobby & Nachbarschaft“ suchen Menschen nach PartnerInnen für Sport und Freizeit. Der Betreiber der Seite hat sich in die Richtlinien geschrieben, dass Anzeigen mit erotischen Begehren oder Kontaktanzeigen amouröser Natur nicht zulässig sind. Das allerdings hält so einige Nutzer (und sicher auch Nutzerinnen) nicht davon ab, in einer Suchanzeige mit dem Titel „Frau sucht Frauen zwischen 25 und 40 zur Gründung einer Radgruppe“ eine Einladung zu sehr zweideutigen Angeboten zu sehen.
Die Antworten auf die Anzeige bisher in chronologischer Reihenfolge:

„Lisa“ aus Hombruch möchte wissen, ob ich in engen Radhosen fahre und dabei Unterwäsche trage.
„Tina“ aus Lünen würde auch danach mit mir in die Saune gehen.
„Unbekannte Nutzerin“ stellt sich als minderjährig heraus und ist sich nicht sicher, ob Radfahren so wirklich ihre Sache ist.

Bisher also ist auch diese Option nicht wirklich erfolgreich. Die Anzeige ist weiter online. Vielleicht passiert ja noch was.

Strava und der ewige Wettbewerb

Strava ist kaum wegzudenken, wenn frau viel Fahrrad fährt und halbwegs eine Ahnung davon haben will, wie viel und schnell sie fährt. Strava hat alles, was das Herz begehrt – ein Trackingsystem, jede Menge Statistik, eine „Like“-Funktion und die „Clubs“, die in etwa so funktionieren wie Facebook-Gruppen. Als normale Benutzerin darf man leider keine eigenen Clubs anlegen, sondern nur existierenden beitreten. Für meine Umgebung habe ich dort allerdings auch keine Frauengruppe gefunden. Aber zumindest lassen die Ranglisten der Segmente ahnen, dass es hier in der Umgebung einige Damen gibt, die regelmäßig unterwegs sind. You are not alone.
Für meinen Mann übrigens ist die Segmente- Sache der Ansporn schlechthin. Auf bestimmten Strecken wertet Strava die Schnelligkeit, mit der sie bewältigt wird und ordnet alle FahrerInnen in Ranglisten. Das spricht natürlich den wettbewerbsorientierten Teil des Herrn hier an und er ackert ordentlich, um noch den einen oder anderen Platz aufzusteigen.

bikesisters.net

In Österreich findet sich der Ursprung dieser Seite, die Magazin und Community miteinander verbindet. Eins der Features ist eine interaktive Karte, in der sich interessierte Fahrerinnen auf der Suche nach Gesellschaft eintragen können. Noch hat die Seite nicht sehr viele Einträge, aber sie ist im Wachsen begriffen. Ich habe mich eingetragen und warte.


Das hier sind sicher nur ein paar Möglichkeiten, jemanden zu finden um diesen High Five am Ende einer langen Steigung zu bekommen. Fallen Euch noch mehr ein?

2 Gedanken zu „Das Fahrrad und ich – Teil II: Wege der Einsamkeit“

  1. Hallo liebe Lola. Lese deinen Blog sehr gerne und kenne das Problem. …wo 7ch auch war hatte ich das „falsche“ Hobby,;sprich niemanden ebenbürtigen zum Radeln gefunden. Würde gern mit dir mal eine Runde drehen. Und : was du unter welcher Radlerinnenhose trägst ist mir völlig gleichgültig ? Freue mich auf deine Rückmeldung : jumpzebra89@hotmail.de. Gruß Angelika

    1. Au ja, das wäre in der Tat eine feine Sache! Wenn ich nicht mehr so memmig bin und es draußen wieder menschliche Temperaturen gibt, machen wir das bitte! ?

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