Wanderungen durch Busan auf dem Galmaetgil Trail

Busan bietet schöne Möglichkeiten, auch aktiv im Urlaub zu sein und spannende Wanderungen zu unternehmen.

Nach Seoul mit seinen ungefähr 10 Millionen Einwohnern ist Busan die zweitgrößte Stadt Südkoreas. Aufgrund der Lage am Japanischen Meer ganz im Süden der Koreanischen Halbinsel, ist das Klima dort auch im September noch sehr warm- für deutsche Verhältnisse fast schon hochsommerlich. Kein Wunder also, dass Busan auch bei den Koreanern für den jährlichen Strandurlaub sehr beliebt ist. Mit 3,5 Millionen Einwohnern ist Busan übrigens so groß wie Berlin.

Wanderungen durch die Stadt und an der Küste entlang

Busan ist wie Seoul eine sehr lebendige Großstadt, die allerdings den geographischen Vorteil hat, direkt am Japanischen Meer zu liegen. Im Stadtgebiet finden sich einige sehr beliebte Strandabschnitte, die alle mit der U-Bahn erreichbar sind. Wir haben uns für ein Hotel am Haeundae Beach entschieden, etwas weiter entfernt vom Stadtzentrum. Haeundae hat nichtsdestotrotz eine Menge zu bieten, denn der Strand ist auch bei Touristen sehr beliebt, so dass sich um die Promenade viele Restaurants und Shops niedergelassen haben. Im Sommer kann man sich hier gepflegt am Strand hängen lassen, Surfen lernen oder einfach nur Baden. Für alle, die lieber aktiv sein wollen, empfiehlt sich Busan mit dem Galmaegil Trail als Wanderparadies.

Für uns Wanderfreunde war Busan eine Eröffnung. Gleich mehrere Wanderwege, die unter dem Begriff Galmaetgil Trails bekannt sind, verlaufen durch die Stadt. Ein Einstieg lag praktischerweise direkt vor unserer Hoteltür und Haeundae noch dazu recht mittig auf einem Abschnitt. So sind wir zwei Tage auf dem Trail gewandert – einmal zu einem Wassertempel in Richtung Westen und einmal über einen Felsenküstenabschnitt durch die Stadt nach Osten. Die Ausschilderung ist eindeutig und kaum zu verfehlen. Größtenteils wandert man in beide Richtungen auf verkehrsberuhigten Straßen oder teilweise sogar auf waldigen Wanderwegen am Meer entlang. Beide hier vorgestellten Wanderungen sind circa 10 Kilometer lang.

Von Haeundae Beach zum Wassertempel Haedongyonggungsa

Ganz am Ende des Wanderwegs in westlicher Richtung liegt der Wassertempel Haedongyonggungsa. In unserem Reiseführer wurde eine Besichtigung dieses Tempels noch als Geheimtipp ausgewiesen, hier seien noch nicht so viele Touristen unterwegs. Wir können sagen: Das stimmt so nicht. Was aber stimmt, ist, dass die meisten Menschen mit Reisebussen direkt dorthin gefahren werden und nicht auf dem Trail wandern. Dabei verpassen sie einige Sehenswürdigkeiten und eine Wanderung durch wunderschöne Natur. Der erste Abschnitt, der unter dem Namen Moontan Trail bekannt ist, führt durch einen Pinienwald auf der Steilküste entlang.

Eines der Highlights auf dem Wanderweg ist der Cheongsapo Daritdol Skywalk raus aufs Meer. In meinem Artikel zu den 10 Orten, die man in Seoul gesehen haben sollte, hatte ich ja schon über den Glasboden auf dem Lotte World Tower berichtet. Interessanterweise ist die Erfahrung, auf einem Glasboden ca. 20 Meter über schäumenden Wellen zu stehen viel irritierender. Aber da geht es nicht nur uns so, auch die Koreaner haben so ihre Probleme mit diesem Phänomen und es ist schon unterhaltsam, anderen Menschen dabei zuzusehen, wie sie sehr vorsichtig auf den Glasboden treten und sich gruseln.

Auf stillgelegten Gleisen geht es weiter an der Küste entlang, durch Kleingartenanlagen und Fischerhäfen. Nach einer Weile erreicht man dann Sonjeong Beach, Busans Surferstrand. Und tatsächlich sind hier auch noch einige Surfer unterwegs, die sich auch im September noch ins Wasser stürzen. Noch einige Kilometer weiter erreicht man dann endlich Haedongyonggungsa. Zunächst muss man allerdings die steile Steintreppe mit 108 Stufen hinuntersteigen und eine Brücke überqueren. Schon 1376 wurde der Grundstein für diesen Tempel gelegt. Auch heute noch strahlt die Tempelanlage in schönstem Glanz. Am besten kommt man nicht am Wochenende, sondern lieber unter der Woche, wenn die Menschenmenge nicht ganz so groß ist. Neben den Tempelgebäuden gibt es auch mehrere Buddhastatuen zu besichtigen. Oberhalb des Tempels haben sich einige Souvenirhändler und Garküchen versammelt, so dass auch der kleine Hunger gestillt werden kann. Zurück nach Haeundae geht es dann mit dem Bus von der nicht weit entfernten Bushaltestelle.

Von Haeundae aus durch die Stadt

In die östliche Richtung führt der Wanderweg auf Straßen und Strandpromenaden durch Busan. Das erste Highlight ist jedoch von Haeundae aus die Überwindung einer Felsenküste mit Ausblick auf die Wolkenkratzer am Strand und ein Architektenhaus. In typisch koreanischer Art ist der Weg natürlich leicht begehbar, denn hier wurden Holzsstege über die Felsen gebaut, so dass jeder den Weg leicht machen kann. Auf einem Felsen im Meer findet sich übrigens eine kleine Statue, die stark an die Meerjungfrau in Kopenhagen erinnert. Wie auch zu jener in Dänemark gibt es auch zu dieser eine märchenhafte Geschichte, die man auf Infotafeln nachlesen kann.

Hat man die Felsenabschnitte überwunden kommt man zum Aussichtspunkt und zu einem Leuchtturm, der den Besuchern wieder den passenden Hintergrund für die obligatorischen Selfies bietet. Von der Aussichtsplattform aus kann man sich einen guten Eindruck von der enormen Größe der Brücke, die die gesamte Bucht überspannt, machen. Danach geht es weiter über einen Boardwalk mit Infos aus Koreas Filmgeschichte. Einige Filme und Darsteller kannten wir, andere hätten uns interessiert, aber leider gibt es nur wenige Beschriftungen in Englisch und unsere Koreanischkenntnisse reichten leider nicht aus, um alles entziffern und verstehen zu können.

Der Weg führt weiter am Wasser entlang durch die Stadt, vorbei an noblen Wohnhäusern, befestigten Strandpromenaden mit Freizeitmöglichkeiten und weiter zum Gwangalli Beach, der schon sehr städtisch aussieht. Die Koreaner übrigens kommen gern zum Picknicken an die Promenaden, wo man unter Überdachungen auch bei viel Sonnenschein oder Regen bequem sitzen kann. Als wir keine Lust mehr hatten, sind wir einfach in die U-Bahn eingestiegen und auf dem Rückweg nach Haeundae noch zu einem Abstecher ins größte Kaufhaus der Welt gegangen. Im Shinsegae Department Store gibt es auf 14 Etagen nicht nur Shoppingerlebnis, sondern auch eine Eisbahn, einen Park zum Picknicken auf dem Dach und eine Golfrange auf 4 Etagen. Allein hier in desem Haus könnte man eine kilometerweite Wanderung machen, bis man alles gesehen hat.

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