Zum Geburtstag: Sibylla Schwarz

Die „pommersche Sappho“ feiert ihren 395. Geburtstag. Ein kurzes Wort zu Sibylla Schwarz.


Ein Freund ist das bäste / das man liebet

WAs wündscht die Welt doch mehr / was kan sie mehr begehren /
Alß wenn der Höchste ihr der Bitte wil gewehren /
wenn sie / durch Zuversicht / ihn fleissig ruffet an /
um einen treuen Freund / der viel uns dienen kan?
Ist man in Todes Noht / wird man mit tausend Plagen
gemartert und betrübt / wenn wihrs dem Freunde klagen /
so hilfft er uns so viel / alß er uns helffen kan /
wir nehmen / vor die Taht / von ihm den Willen an;
Und kan er uns nicht mehr in unsern Nöhten schüzen;
so mag ein guhtes Wort uns mehr als silber nüzen;
Ein Wort / ein guhtes Wort / das recht von Herzen geht /
das nicht nur wegen Zier allein zu loben steht /
ist besser noch als Gold / eß helt uns recht das Leben /
man stirbt auch ohne das / eh Gott die Zeit gegeben;
Drüm ist ein guhter Freund das beste das man liebt /
das höchste / das man wündscht / und dem man sich ergiebt;
Hab ich gleich nicht viel Gelt / hab ich gleich nicht viel Güter /
so lieb und halt ich hoch die Treue der Gemüter;
Wohl dem der üm und ümb kan bey den Freunden sein /
und sterben endlich auch in ihrer Augenschein.


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Chimamanda Ngozi Adichie – Half of a yellow Sun

„Half of a Yellow Sun“ ist das erste Buch 2016, mit dem ich meine guten Vorsätze erfüllen will.

Ganz im Sinne der diesjährigen Vorsätze, hier nachzulesen, habe ich das Lesejahr 2016 mit einem Roman einer Schriftstellerin aus Nigeria eröffnet. Nicht nur national, auch international ist der Name Chimamanda Ngozi Adichie wohl nicht unbekannt – für mich allerdings dann schon. Ganz ohne Vorwissen bin ich an die Lektüre ihres Romans „Half of a Yellow Sun“ herangegangen und mir haben sich auf diese Weise neue Horizonte eröffnet. Ich habe schon sehr lange nicht mehr so intensiv Referenzen studiert, wie beim Lesen hier. „Chimamanda Ngozi Adichie – Half of a yellow Sun“ weiterlesen

Gute Vorsätze – aber wirklich!

Das neue Jahr wird gemeinhin häufig mit dem Fassen von guten Vorsätzen begonnen, von denen einige eingehalten, die meisten allerdings schnell vergessen werden. Günstig ist es daher immer, sich nur das vorzunehmen, was man hoffentlich auch schaffen kann. Für mich heißt das vor allem: die neu gewonnene Lesezeit sinnvoll nutzen und Neues entdecken. 2016 beginnt insofern schon sehr gut, denn „Half of a Yellow Sun“ der Kenianierin Chiamanda Ngozi Adichie erfüllt gleich 2 gute Vorsätze für das Leseverhalten im neuen Jahr.

Zum Einen handelt es sich um einen Roman, der von einer Frau geschrieben wurde. Zum anderen — und das ist der wichtigere Punkt — ist er ein erster Zugang zu einer neuen Literatur, die bisher kaum im Fokus für mich stand. Schaue ich mir die Bücherlisten der letzten Jahre an, kann ich nicht leugnen, dass nur wenig darauf aus Literaturen kommt, die nicht entweder europäisch oder amerikanisch sind. Von all diesen Autoren sind mehr als die Hälfte männlich, bis auf Jamaica Kincaid sind alle SchriftstellerInnen zudem weiß.

Es ist also wieder Zeit über den Tellerrand hinaus zu schauen und sich an das Unbekannte heranzuwagen. Mit Chiamanda Ngozi Adichie beginnt das Lesejahr 2016, für das die folgenden Vorsätze gelten:

  1. Mehr Bücher von Schriftstellerinnen!
  2. Mehr Literatur aus allen Teilen der Welt, die nicht Europa oder Amerika sind!
  3. Mehr Literatur von People of Color!

Ich mag das dennoch nicht an Zahlen knüpfen, denn Lesen ist kein Wettkampf und mir würde so eine Vorgabe auch den Spass am Lesen selbst schnell verderben. Aber ein wenig Selbstreflexion tut gut. 4. soll also lauten: Zwischenbilanzen ziehen nach jedem Vierteljahr.

Über konstruktive und zahlreiche Vorschläge freue ich mich besonders! Schießt mal los.

33/2015

Ich sitze auf meiner Auszugsbaustelle in Greifswald, das Wetter draussen wird immer grauer. Gestern habe ich meinen Unterwegsschmonzettenroman zu Ende gelesen und vergessen, mir neue Bücher in den Koffer zu packen. Was bleibt mir dann noch? Genau, das Internet.

Das Künstlerpaar Corey Vaughan und Emily Okada dokumentiert alle Gegenstände in ihrem Besitz. Was sie bis Ende des Jahres nicht erfasst haben, muss weg. Auch ein Weg, über den Wert von Besitz nachzudenken. Und schön anzuschauen.

Die Integration ins Dortmunder Leben muss vorangehen. Dabei bin ich über lokale Blogs gestolpert, die gleich in der Leseliste gelandet sind. Das Dortmunder Mädel nimmt mir ab sofort die Suche nach spannenden Veranstaltungen ab. Wohin ich mit dem Fahrrad in den kommenden Wochen sonst fahren könnte, erforsche ich jetzt bei Halden im Ruhrgebiet.

Außerdem auf der Leseliste gelandet ist der Blog Fünf Bücher, auf dem die AutorInnen Menschen befragen, von welchen fünf Büchern sie sich in ihrem Leben nicht mehr trennen könnten. Eine schwierig zu beantwortende Frage, wie ich finde.

Leider bin ich am 30. August in nicht in Dortmund, sonst wäre ich in die Schauburg Dortmund gegangen, um „Ein Interview mit Dr. Axel Stoll“ zu sehen. Muss man wissen! Vielleicht wird er noch woanders gezeigt.

Und jetzt gibt es Frühstück und die Schmonzette noch mal in Filmform — weil’s so schön war: Daphne du Maurier’s Rebecca (1940)