Höhtker: Das Jahr der Frauen

Der Kommunikationsexperte Frank Stremmer, tätig für eine internationale Organisation in Genf unter der Leitung des legendären Chairman Gonzales, schließt mit seinem Psychotherapeuten Dr. Yves Niederegger eine Wette ab. Niederegger will gar nicht wetten, kann der Erpressung durch seinen Patienten nicht entkommen: Stemmer setzt sein Leben als Einsatz. Am Ende des Jahres, so teilt er mit, werde er sich selbst töten, wenn es ihm nicht gelingen sollte, 12 Frauen – eine in jedem Monat – „verbraucht“ zu haben.

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Kazuki Kaneshiro: Go!

Eine Junge verliebt sich in ein Mädchen – ein klassischer Plot ganz aktuell.

Es ist ein klassischer Plot, wie ihn auch Shakespeare schon genutzt hat: Ein Junge verliebt sich in ein Mädchen, sie verliebt sich auch in ihn, aber die Gesellschaft will nicht, dass die beiden glücklich zusammenkommen können. So weit, so bekannt. Allerdings ist „Go!“ kein Stück von Shakespeare und auch kein europäischer Roman und nicht nur die Gesellschaft hat gegen eine Beziehung etwas einzuwenden.

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Kyun Soo-Shin: Please look after Mother.

In Korea war dieser Roman ein Bestseller. Es ist das erste Buch der Schriftstellerin, das auf Englisch erschienen ist.

„It’s been one week since mother went missing.“ ist der erste Satz des Romans. Das Ereignis, das die gesamte folgende Handlung auslöst, wird hier in wenigen, einfachen Worten gesetzt, ohne näher darauf einzugehen, warum Mutter verschwunden ist, ob jemand sie entführt hat, wo sie verschwand oder welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um sie wieder zu finden. „Kyun Soo-Shin: Please look after Mother.“ weiterlesen

Von Farben und Meer: Das Herz auf der Haut

Für die einen sind sie „stylische Accessoires“ für die anderen der „Quastenflosser unter den Kulturtechniken“. Für den mareverlag sind Tätowierungen ein guter Grund, eine tolle Anthologie herauszubringen.

Den mareverlag schätze ich persönlich sehr. Eigentlich schätze ich alles sehr, was mit dem Meer zu tun hat. Also eben auch den mare Verlag, weil der nämlich ein Programm hat, in dem das Meer eine wichtige Rolle spielt. Ich mag übrigens auch Tattoos, hab ja selbst das ein oder andere. Und Meer und Tattoos, das geht gut zusammen. Deswegen hat der mare Verlag eine Anthologie daraus gemacht und Clemens Meyer (selbst ziemlich tätowiert) gebeten, ein Vorwort zu schreiben. Das endete dann damit, dass ich dieses Buch kaufen musste und es mich sehr glücklich gemacht hat. „Von Farben und Meer: Das Herz auf der Haut“ weiterlesen

Repost: Christian Kracht – Faserland

Ungefilterte erste Leseeindrücke aus dem Lesejournal. Heute Christian Kracht: Faserland.

Über Christian Kracht lässt es sich ja ganz hervorragend diskutieren und streiten. Ich glaube, neben Clemens Meyer ist das einer der wenigen Autoren, die in meinem Freundeskreis polarisierende Meinungen hervorrufen. „Faserland“ war der erste Roman, den ich von Kracht gelesen habe. Das ist schon eine Weile her, aber der Eindruck hat sich seitdem nicht wesentlich verändert, sondern eher mit der Lektüre von „Imperium“ verstärkt: Konsummüdigkeit spielt in allen Werken eine nicht zu unterschätzende Rolle, aber ich weiß nicht so recht, ob sich der Autor nicht langsam ein wenig in seinem Stil verrennt. Mal schauen, was sein neuer Roman „Die Toten“ so bringt. Bis dahin aber noch der ungefilterte Eindruck von Faserland, kurz nach dem ersten Lesen vor einigen Jahren. „Repost: Christian Kracht – Faserland“ weiterlesen