Soji Shimada: The Tokyo Zodiac Murders

„The Tokyo Zodiac Murders“ ist ein spannender Krimi aus Japan und das erste Werk eines heute noch populären Genres. Unbedingte Leseempfehlung für alle Ratesüchtigen.

Nach den Krimis um Inspektor Chen in Shanghai geht die Krimireise weiter nach Japan. Soji Shimadas „Tokyo Zodiac Murders“ ist ein Klassiker des japanischen Subgenres honkaku, das sich vor allem auf Plot und Hinweise konzentriert und LeserInnen auffordert, selbst nach der Lösung im Text zu suchen. Insofern ist honkaku dem westlichen „whodunnit“ nicht unähnlich. Zunächst wird der gesamte Plot erzählt, alle Hinweise sind bereits vorhanden, bevor die Lösung präsentiert wird, wie man das bereits von Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes“ kennt. „Soji Shimada: The Tokyo Zodiac Murders“ weiterlesen

Kyun Soo-Shin: Please look after Mother.

In Korea war dieser Roman ein Bestseller. Es ist das erste Buch der Schriftstellerin, das auf Englisch erschienen ist.

„It’s been one week since mother went missing.“ ist der erste Satz des Romans. Das Ereignis, das die gesamte folgende Handlung auslöst, wird hier in wenigen, einfachen Worten gesetzt, ohne näher darauf einzugehen, warum Mutter verschwunden ist, ob jemand sie entführt hat, wo sie verschwand oder welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um sie wieder zu finden. „Kyun Soo-Shin: Please look after Mother.“ weiterlesen

Von Farben und Meer: Das Herz auf der Haut

Für die einen sind sie „stylische Accessoires“ für die anderen der „Quastenflosser unter den Kulturtechniken“. Für den mareverlag sind Tätowierungen ein guter Grund, eine tolle Anthologie herauszubringen.

Den mareverlag schätze ich persönlich sehr. Eigentlich schätze ich alles sehr, was mit dem Meer zu tun hat. Also eben auch den mare Verlag, weil der nämlich ein Programm hat, in dem das Meer eine wichtige Rolle spielt. Ich mag übrigens auch Tattoos, hab ja selbst das ein oder andere. Und Meer und Tattoos, das geht gut zusammen. Deswegen hat der mare Verlag eine Anthologie daraus gemacht und Clemens Meyer (selbst ziemlich tätowiert) gebeten, ein Vorwort zu schreiben. Das endete dann damit, dass ich dieses Buch kaufen musste und es mich sehr glücklich gemacht hat. „Von Farben und Meer: Das Herz auf der Haut“ weiterlesen

Repost: Christian Kracht – Faserland

Ungefilterte erste Leseeindrücke aus dem Lesejournal. Heute Christian Kracht: Faserland.

Über Christian Kracht lässt es sich ja ganz hervorragend diskutieren und streiten. Ich glaube, neben Clemens Meyer ist das einer der wenigen Autoren, die in meinem Freundeskreis polarisierende Meinungen hervorrufen. „Faserland“ war der erste Roman, den ich von Kracht gelesen habe. Das ist schon eine Weile her, aber der Eindruck hat sich seitdem nicht wesentlich verändert, sondern eher mit der Lektüre von „Imperium“ verstärkt: Konsummüdigkeit spielt in allen Werken eine nicht zu unterschätzende Rolle, aber ich weiß nicht so recht, ob sich der Autor nicht langsam ein wenig in seinem Stil verrennt. Mal schauen, was sein neuer Roman „Die Toten“ so bringt. Bis dahin aber noch der ungefilterte Eindruck von Faserland, kurz nach dem ersten Lesen vor einigen Jahren. „Repost: Christian Kracht – Faserland“ weiterlesen

Was ich im Urlaub nicht gelesen habe.

Wer Bücher liest und reist, wählt oft die Lektüre, die am Urlaubsort entstanden ist. Und wer dann in der heißen Sonne Griechenlands landet, vergisst gelegentlich alle Lektürepläne.

Die erste Handlung, die ich nach der Landung auf Korfu durchführe, ist, meine geschlossenen Schuhe durch ein paar bequeme, wenn auch nicht ganz stylische, Birkenstock-Sandalen zu ersetzen. Freiheit für die Füße! Im Nachhinein ist das auch der Moment, in dem meine guten Lese-Vorsätze für den Urlaub direkt den Bach runtergegangen sind. „Was ich im Urlaub nicht gelesen habe.“ weiterlesen