Der Bergziegenmodus: Anstiege endlich bewältigen.

Anstiege und Abfahren frustfrei bewältigen – meine Geschichte

Der Berg ruft! – so lautet ein Filmtitel aus dem Jahr 1937, der viel zitiert wird. In diesem Film geht es um die Besteigung des Matterhorns durch einen italienischen Bergsteiger. Er muss viele Gefahren und heftige körperliche Strapazen überwinden, ehe er endlich auf dem Gipfel steht.

Mich dagegen haben die Berge lange Zeit nicht gerufen, schon gar nicht auf einem Fahrrad. Ich bin ein Flachlandmensch und Steigungen waren mir schon immer ein Dorn im Auge. Nun ist Dortmund, insbesondere der Süden, nicht gerade hügelfrei und so musste ich mich irgendwann doch dieser Aufgabe stellen. Ähnlich wie der italienische Bergsteiger im Film, musste ich auch durch einige Anstrengungen, bevor ich Spass am Fahren von Anstiegen und Abfahrten gefunden habe.

Am Anfang fehlte mir schlicht und einfach die Kondition und die bekommt nur, wer sich ein bisschen schindet. Immer nur Flachlandfahrten und eine aktive Vermeidung jeglicher Anstiege führt natürlich dazu, dass es jedesmal ein Grauen ist. Meine anfängliche Misere wurde auch noch dadurch verstärkt, dass mein Mann viel fitter auf Bergtouren ist (heute noch) als ich und mir jedes Mal davon gefahren ist. Ich habe manchmal innerlich gekocht, manchmal leise was von Scheidung gemurmelt und selten auch komplett resigniert und bin zu Fuß den Hügel hochgeschlichen. Es war einfach frustrierend.

Irgendwann aber dachte ich mir: Du musst da jetzt durch und bin meine erste Hügeltour gefahren – allein.  Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass das ein großer Spass gewesen wäre. Es war schrecklich. Ich habe mich laut ausgeschimpft, ich habe fast geheult und mich trotzdem wieder dazu gezwungen weiterzufahren. Darauf folgten noch ein paar andere über das Jahr und irgendwann ist der Knoten geplatzt und plötzlich war da Spass dabei. Jetzt gingen auch Touren mit Freunden und Ehemann. Die Kondition ist übers Jahr definitiv gewachsen und auch eine Sauerland-Tour ist inzwischen frustfrei drin. Geholfen hat mir dabei vor allem der Rat eines guten Freundes, der mir von seinen Alpencross-Touren erzählt hat. Er verriet mir, dass er dabei häufig auch nur die nächsten 2 Meter im Blick hat und nicht auf das Ende des Anstiegs schaut. Da ist es dann eine schöne Überraschung wenn man endlich auf dem Gipfel ist. Die Abfahrt winkt als Belohnung für alle Mühen und ich kann sie inzwischen richtig gut genießen.

In Dortmund und Umgebung gibt es viele schöne Möglichkeiten, sich an Anstiegen auszuprobieren, unter anderem die Bittermark, der Schwerter Wald, der Kaiserberg am Phönixsee oder auch der Aplerbecker Wald. Gerade die Bittermark lohnt sich, denn der Aufstieg zur Syburg ist ein vielfrequentiertes Segment bei Strava und nichts motivierender als der langsame Aufstieg in der Rangliste. Außerdem hat man von oben einen wunderbaren Blick über die Ruhr und Hagen.

Wie sind eure Erfahrungen mit diesem Thema? Habt ihr auch so viel Frustration erlebt und wie seid ihr damit umgegangen?

Mehr Bilder von meinen Fahrten findet ihr auch auf Instagram.

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